Historie
Chronik eines Kultvereins
Es begab sich zu der Zeit, es muss so im Sommer 1990 gewesen sein,
dass sich einige Herren (und Damen übrigens auch) regelmäßig (ja sogar fast täglich) in der Gaststätte Art Nouveau auf der Katternberger Straße trafen und sich dort volllaufen ließen. Es wurde viel geknobelt, viel gedartet und noch mehr gesoffen. So wurde der Bekanntenkreis wöchentlich größer und größer. Und da wir alle noch im jugendlichen Alter waren und die Figur eines Sven Hannawalds hatten, kam uns die Idee, warum nicht eine Thekenmannschaft gründen. Also wurde ein Freitagabend zum „Gründungstermin“ ernannt, und siehe da, es saßen ca. 20 Mann auf der Empore im Billardsaal und bekundeten Interesse. Schnell wurde eine wahre Führungspersönlichkeit und „Macher“ bestimmt, es war unser legendärer Torestolperer Stefan Junker. Seine damalige „Braut“ Sonja erklärte sich spontan dazu bereit, die Kasse zu übernehmen. Und schon waren wir Mitglied im Freizeitsportverband. Nach stundenlangem Diskutieren hatten wir dann endlich auch einen Torhüter gefunden, DANKE Willi!!! Für die ganz Alten unter uns hier noch einige Gründungsmitglieder: Lars „der Flitzer“ Kurscheid, Wolfgang „der Doktor“ Krämer, Willi der Torhüter, Udo „die Sehne der Südstadt“ Griewatz, Jörg „der Versicherer“ Rabenschlag, Peter „die Brille“ Zeyn, meine Wenigkeit usw.
Ein Vereinsname war aufgrund unserer Kneipe schnell gefunden: ATHLETICO NOUVEAU. Fehlten uns nur noch Trikots. Unsere damalige Wirtin hatte etwas Angst vor überhöhten Investitionen und da kam uns der Kollege Egon Dreikhausen entgegen. Für ganze 200,– DM konnten wir einen gebrauchten Trikotsatz (wahrscheinlich war es der 7. Ersatzkoffer) von seiner Thekenmannschaft ersteigern. Wir fingen an wie die Schalker, ganz in blau mit großer PUMA-Werbung auf der Brust. Sah schon gut aus.
Unsere ersten Erfolge blieben nicht lange aus und wir konnten uns über einige Spielzeiten im gehobenen Mittelfeld (hört hört) festsetzen. Legendär sind unsere Schlachten gegen die Blade-City-Runners, die damals mit uns ins Profigeschäft einstiegen. Unvergesslich ist und bleibt für mich aber der 13-1 Sieg (ja, Ihr seht richtig) gegen Entenpöhlchen. Es war die reinste Schlammschlacht auf dem inzwischen mit einer Sporthalle bebauten Platz an der Wittkulle.
Leider wurde uns dann unser „Zuhause“ unter den Füßen weggerissen. Es muss so im Jahre 1991/92 gewesen sein, unsere Wirtin machte ihren Laden dicht. Seitdem steht die Wiege unserer sportlichen Erfolge leer. Es wurde jedoch schnell ein neuer Gönner gefunden. Da einige Spieler und auch Fans regelmäßig im Papillon auf der Rathausstraße verkehrten, und sich natürlich auch dort regelmäßig voll-laufen ließen, wurde der Wirt, unser aller geliebter TEDDY überredet, seinen Namen für eine ganz tolle Truppe zur Verfügung zu stellen. Fortan fuhren wir unsere Siege unter dem noch heute bestehenden Name ATHLETICO PAPILLON ein. Es folgte der Umzug zur Neuenhofer Straße. Legendär sind hier die Montagabende am Kicker. Stundenlang wurde um Runden gekickert, es wurde keine Rücksicht auf die Kollegen genommen. Freundschaften wurden jedoch nicht zerstört. Ich erinnere an Jörg Rabenschlag, den damals wohl besten Mittelstürmer an der Stange, oder an meine „immer kopierten, aber nie erreichten“ Bandenknaller. Zu dieser Zeit haben die Kicker von Athletico Papillon wohl mehr Geld in die Kneipe gebracht, als je zuvor. Ich muss sagen, es war eine tolle Zeit.
Leider gab Teddy seine größte Leidenschaft, die Kneipe, dann irgendwann auch auf. Sein Nachfolger, der lahme Günni, war mit Teddy nicht mehr zu vergleichen.
Er hatte keinerlei Interesse an unserer Thekenmannschaft. Trotzdem haben wir es bis ins Jahr 2004 geschafft, auch ohne Kneipe zu überleben.
Dafür haben wir dann eine Institution ins Leben gerufen, die bis heute wohl einmalig ist: den BIERWART!!! Und für uns gab es damals nur einen, der diesen Posten ausfüllen konnte: unseren Mario!!!! Jahrelang hat er diese Aufgabe mit voller Hingabe erfüllt, ohne sich auch nur einmal zu beschweren. Hierfür sagen wir auf diesem Wege nochmals recht herzlich DANKE!!!!
Wir standen oft nur mit 8 Mann auf dem Platz, egal, ob Marsita im Pokal oder Gustav-Wolf zum Saisonauftakt, wir konnten auch mit wenig Leuten gewinnen.
Der Spaß stand immer im Vordergrund, zumal unsere sportlichen Leistungen in inzwischen gelben Trikots (Danke Lars) immer mehr zu wünschen übrig ließen.
Doch eines haben wir immer geschafft: Wir sind nie Letzter geworden!!!!!!
Noch ein Wort zu unserem größten sportlichen Erfolg:
Es war das Pokalendspiel, ich glaube im Jahre 95/96, das wir gegen Bonjour Kickers mit 6-1 verloren haben (Wolfgang sei Dank, die ersten 2 Runden haben wir mit Freilos überlebt J)
Überhaupt Wolfgang!!!
Ohne ihn wäre die Mannschaft sicherlich längst in der Unendlichkeit des Universums verschwunden. Er hatte so ca. im Jahre 1996 das Ruder übernommen und sicherlich die meiste Arbeit mit uns gehabt. Er wollte oft die Brocken hinschmeißen, er konnte aber genauso oft überredet werden, weiter zu machen.
Leider hat er nach 125 Muskelfaser-Rissen, 97 Muskelbündelrissen, 57 anderen muskulären Problemen, 83 Bänderdehnungen, 54 Kapselrissen und 381 verstauchten Fingern (er war oft im Tor) sein Trikot nach der Saison 2002/2003 an den Nagel gehängt. Auch hier bleibt mir nur übrig, DANKE zu sagen.
Ein Kessel Buntes
Lars Kurscheidt bekam einmal aus ca. 2 Metern einen Ball voll in die Fresse,
der Kunstschütze war der überaus beliebte Mannschaftskollege Peter Zeyn. Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, allerdings ging dadurch seine goldene Sportbrille kaputt. “Kein Problem” sagte Kollege Zeyn, “meine Versicherung zahlt das”. Die Versicherung ist längst pleite, wir haben inzwischen den Euro und Kurri wartet immer noch auf Schadensersatz.
Irgendwann Ende der 90iger Jahre brannte doch tatsächlich der Kabinentrakt auf der Sportanlage am Brabant ab. Umfangreiche Ermittlungen der Soko “Sascha” ergaben, dass die letzte verantwortliche Mannschaft an diesem besagten Brandtag die Kameraden der Athleticos waren. Dummerweise hatte der Sascha den Schlüssel und Spielbericht auf der Geschäftsstelle abgegeben. Und die Soko “Sascha” bekam dies natürlich raus. Somit war von jetzt auf gleich das Seelenleben des bis dato völlig unbelasteten Kollegen Sascha Böhm empfindlich gestört. Ihm schossen Gedanken wie “was kostet das?”, “bin ich versichert”?, wann sehe ich meine Frau jemals wieder”?, wie lange muss ich in den Knast”? durch den Kopf.
Denn: Kollege Böhm erinnerte sich, dass er am Brandtag einer der letzten in der Kabine war, und …… er hatte eine Fluppe gequalmt und die auf dem Beton-Boden!!
ausgedrückt. Jaja, da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Also wurde Kollege Kurscheidt spät abends (so gegen 23.00 Uhr) noch um Rat und Hilfe gebeten, doch auch er konnte das zitternde Etwas nicht beruhigen. Die nächsten Wochen waren für Sportskamerad Böhm und seine Familie die Hölle, zu seinem Glück wurden dann aber Wochen später die Ermittlungen gegen “ihn” und seine kickenden Freunde eingestellt. Ergebnis: Sascha ist weiterhin NICHT vorbestraft!
Der Tag als Mario kam!!!
Irgendwann in den 90igern gab es ein Freundschaftsspiel in Oberburg zwischen den Fans (die hatten wir damals noch) und den damals aktuellen Spielern. Anreiz zur Teilnahme war sicherlich auch das anschließende Grillen mit dem obligatorischen Schädelfluten. Jeder wollte uns schlagen, das Ergebnis war aber eigentlich völlig uninteressant. Ich glaube wir haben 25 – 13 gewonnen, oder so…..
Höhepunkt für mich war aber das Einlaufen einer jesusartigen Gestalt mit langem, schwarzem Haupthaar und mit einem Catweezel-Bärtchen. Seine Eltern hatten ihn wohl Mario getauft. Ich glaube, er machte damals seine erste Bekanntschaft mit einem runden Gegenstand, ich glaube, man nannte es Ball. Seine Luft reichte gerade mal für 3 Minuten, dann musste an der Seitenlinie ein isotonischer Durstlöscher in Form eines Hopfenblütentees nachgekippt werden. Seine Technik war mit der eines Tausendfüsslers zu vergleichen, da wusste das rechte Bein nicht was das linke macht und umgekehrt. Seine lange Mähne diente dazu, dass Gewicht seiner Kugel (Bauch) im Vorderbau auszugleichen. Und trotzdem: Es gab und es gibt immer noch keinen, der so ästhetisch vor die runde Pille kickt, wie unsere MARIO. Die gesamt anwesende Südstadt hatte ihn von 0 auf 100 in seine Herzen geschlossen. Ich glaube, ich rede im Namen aller Deiner Mitspieler:
Danke, dass Du uns mitspielen lässt J
Eine kleine Bemerkung des Verfassers: Mario, Dir verzeiht man alles!!!!
Und wo wir gerade mal bei Mario sind (sorry Mario, aber ich muss es einfach erzählen): Ich sag nur Abschlussfete bei Fatta-Aues-Eltern im Garten. Treffpunkt 19.00 Uhr. Ich komme so gegen 19.15 Uhr gut gelaunt dort an, und sehe unseren lieben Kollegen Mario auf der Hollywood-Schaukel sitzen und breit grinsen. Während andere ihr Bierchen in kleinen Kölsch-Stangen (0,2 l.) zu sich nehmen, kippte der Kollege M. den Gerstensaft in Weizenbiergläsern in sich hinein. Damit nicht genug. Ich hatte als sog. “Fettverdränger” eine Flasche Korn im Gepäck.
Da es dem Kollegen nicht schnell genug gehen konnte, und auch die ortsüblichen Pinnchen nicht seiner Größenvorstellung entsprachen, wurde kurzerhand der Schnaps in sein gerade geleertes Weizenbierglas umgefüllt. Und auch der Korn verfehlte seine Wirkung nicht, zumal die Leerung des Glases in gut 20 Minuten vollzogen war. Sein Magen rebellierte. Also ab aufs Klo. Und wer die Toiletten in Gartenhäusern kennt, der weiß, was da abgeht. Da kackt man zwischen Rasenmäher und Unkrauthacke. Es ist nicht überliefert, ob er auch gekotzt hat, jedenfalls ist er beim Kacken eingeschlafen, RESPEKT!!!!!
So richtig vermisst hat ihn aber danach keiner. So gegen 20.00 Uhr nahm das Unheil seinen Lauf: Fatta-Aues-Eltern kamen und Margarete Elisabeth Antonie Aue hatte nichts besseres zu tun, als auf die Toilette zu gehen. Ich glaube, es traf sie der Schlag. Zwischen Spitzhacke und Rindenmulch hing ein ebenso riechendes, langhaariges Etwas, welches jegliche Körperreaktionen vermissen ließ. Der Aufschrei der Mutter war bis Köln zu hören, dagegen war der Vater einfach nur sprachlos. Wir benötigten 4 erwachsene Männer, um Mario aus der Toilette zu zerren. Inzwischen versagte auch seine komplette Beinmuskulatur. Mittels Schubkarre brachten wir Mario zu seinem Lieblingsplatz (Hollywood-Schaukel) zurück. Dort verbrachte er breitgrinsend, ansonsten aber völlig besinnungslos die nächsten 20 Stunden. Es dürfte im übrigen niemanden verwundern, dass dies die letzte Fete im Garten von Fatta-Aues-Eltern war!!!!
PS: Kollege Knipser (Tim W.) hatte dann die Ehre, die ihn nach Hause fahrende Kraftdroschke im Beisein des Kollege Gröger voll zu kotzen !!!!
Ebenfalls legendär waren die Fahrten nach Meimers (Ex-DDR). Untergebracht waren wir immer in einer alten Stasi-Ferienhaus-Siedlung mit angegliedertem Gartenheim. Schon die Anreise verlief nicht immer ohne Schwierigkeiten. Einer unserer türkischen Mitspieler, ich glaube, wir nannten ihn Go, hatte im Verlauf seiner gerade mal 19 Jahre noch nicht viel Kontakt zu Alkohol gehabt. Er meinte allerdings, auf einer Hintour nach Meimers dieses innerhalb von 4 Stunden nachholen zu müssen. Ergebnis: Wolfgangs nagelneuer Astra wurde entweiht!!! mit dem Erbrochenen unseres Balkankünstlers. Es roch noch jahrelang danach, egal wie viele Vanille-Bäumchen Kollege Gröger in die Lüftung hing.
In einem anderen Auto spielten sich ebenfalls herrliche Szenen ab. Fahrer des Vehikels war Kollege Lars Kurscheidt, Beifahrer Sportskamerad Guido Buss. Er fand zum großen Bedauern des Lars einen Zettel im Handschuhfach. Gerichtet war er an Lars, Verfasser war seine damalige Freundin Bärbel. Auch nach Rücksprache mit Guido fällt es mir nach all den Jahren schwer, den genauen Inhalt wiederzugeben, es hörte sich ungefähr so an: „Hallo Schatz, ich wünsche Dir viel Spass in Meimers und freue mich auf Montag, wenn Du mich mit Deinem geilen Brüste-Streicheln wieder richtig heiß machen kannst. Ich kann es kaum erwarten ….. “ (Sorry Bärbel, wenn Du diese Zeilen liesst). Auch wäre fast einer im Spitzboden des Ferienhauses verstorben, unser lieber Olaf Schürg. Er hatte tags zuvor den Guido verarscht, und ihn um 4.00 Uhr morgens zum Frühstück geschickt. Voll wie Guido war, schlappte der im Dunkeln in Adiletten Richtung Frühstücksraum und der halbe Park machte sich über ihn lustig. Also war Rache angesagt. Sportskamerad Schürg ging gegen 2.30 Uhr voll ins Bett und schlief auch sehr schnell ein. Guido trommelte die halbe Mannschaft zusammen und man nahm geschlossen Aufstellung am Schlafgemach des Freundes Olaf. Nun versuchte man, durch ein kurzes, aber sehr lautes Schreien von FEUER den Kollegen zu wecken. Ich dachte, der nippelt ab. Die Augen weit aufgerissen, Schaum vorm Mund und am ganzen Körper zitternd stieß er sich in voller Panik den Kopf am Spitzboden.
Der folgende Schüttelfrost-Zustand war nur nach ca. 5 Minuten in den Griff zu kriegen und sein Atem war nur sehr schwer wieder in ruhigere Bahnen zu lenken.
Dies gelang uns dann so gegen 8.30 Uhr auf dem Weg in den Frühstücksraum.
Aber auf der Treppe kam uns dann ein Mann entgegen, den wir alle unter dem Namen Mario kannten. ……. 2 Minuten später sahen wir dann auf der Treppe, dass Mario gestern Abend Salami-Pizza gegessen hatte.
Unsere sportlichen Erfolge im Osten hielten sich immer in Grenzen. Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich mit Medicopter Udo Griewatz bei einem Bierchen morgen um 10.30 Uhr auf dem Sportplatz stand, und unsere Gegner sich seit einer halben Stunde warmliefen. Die spielten wohl in der Bezirksklasse (oder so) und waren völlig verdattert, dass wir nur mit der 2. Hobbyliga in Solingen aufwarten konnten. Dies hielt Udo und mich aber nicht davon ab, weiter dem Radeberger zu frönen. Das Ende vom Lied: Wir trafen uns im Endspiel (irgendwann nach weiteren
4 Litern), spielten 1-1 und im Elfmeter-Schiessen habe ich leider den entscheidenden Ball Richtung Gebüsch versiebt. Am Zielwasser kann es nicht gelegen haben. Einige tragen mir das heute noch nach. Egal, auf dem anschließenden Sportlerball war alles wieder vergessen, wohl auch, weil die Kollegen der Exit-Soccers durch ihre “ausgefallene Ballkleidung” auffielen. Die anwesende Staatssicherheit übernahm die Bewachung und so wurde ihnen nach 2 Stunden Überprüfung der Personalien Einlass gewährt.
Zum Schluss bleibt noch eine bemerkenswerte Feststellung:
Wir waren und sind wahrscheinlich die einzige Hobbymannschaft des Kreises
Solingen, in denen ein NATIONALSPIELER seine Stiefel schnürte, es ist der unvergessene JAY JAY!! O.k., Gerüchten zufolge war es die Studentenauswahl und o.k., es ging um American Football, aber immerhin, ein Adlerträger unter den Athleticos, …. da ist keine Steigerung mehr möglich!!!!
So, der Verfasser hat wirklich das LETZTE aus sich herausgeholt, und nach fast 4 Stunden Überlegen und Schreiben fällt ihm nichts mehr ein.
Vielleicht kann ja ein anderes Urgestein weitere Episoden aus unserem bunten Vereinsleben hinzufügen.
Gruß an alle ehemaligen und aktuellen Mitspieler sendet Binki
(der einzig wahre Brasilianer!!! seine Fans nannten ihn den “weißen Pele”)
Einmal Athletico – immer Athletico !!!!!!
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Chronik eines Kultvereins Teil 2
Oder: Die etwas andere Sicht der Dinge.
(Written by Effe, Sponsored by Bitburger)
Kapitel 1 Gründerjahre
Es begab sich zur Zeit Leipzig, einund Leipzig (Ende 1989), das sich auf einem Podest ca. 20 Lederfetischisten zusammen fanden um den größten Fehler ihres Lebens zu begehen. Ich meine nicht Heiraten sondern………eine Fußballmannschaft zu gründen. Nach langem Überlegen (etwa 20 Liter) und Vorschlägen wie „Torpedo O-Bus“, „Sixpack Kickers“ oder „Lümmeltüte London“ ward das Baby „Arthletiko Nouveau“ (aussprechen konnte es eh keiner mehr) geboren.
Kochanleitung: Wie schaffe ich es am Meisterschaftsspielbetrieb der Hobbyliga teilzunehmen?
Man nehme einen Mannschaftsvertreter (Stefan genannt Turbo Junker), bringe Ihn auf der Jahreshauptversammlung als Vorsitzenden des Gesamtverbandes ins Gespräch,lässt Ihn in den Vorstand wählen und Schwups………..Es geht los Jungs!!!!!
Kapitel 2: Lehrjahre sind keine Herrenjahre
Unser erstes Meisterschaftsspiel im Jahre 1990 fand in Oberburg statt. Frohen Mutes gingen 11 Spieler und 8 Reservisten ans Werk um die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte zu kassieren. 0:13 gegen Heidberger Stübchen, den späteren ungeschlagenen Aufsteiger. Nur Alteingesessene erinnern sich noch an unseren damaligen Torhüter „das Auge“ Harro, oder mit bürgerlichem Namen Harald Merk. Trotzdem wurde diese Saison noch auf einem akzeptablen 12 Platz abgeschlossen. Unser damaliger Trikotsatz (hautenge Blaue Pumatrikots), hauteng weil Größe M und so genannt weil durch die Größe bei einigen die Haut (auch Bauch genannt) zu sehen war, wurde abgelöst durch große grüne „atmungsaktive“ Trikots. Diese waren zwar groß aber nach dem Spiel stanken alle wie Pumas. Trotzdem ein Dank an unseren damaligen Spender und Spieler Jörg genannt „Wayne Schlegel“ Rabenschlag. Der Mann der Hamburg Mannheimer oder so ähnlich!
Kapitel 3 :Gemeines und Allgemeines
Man sollte es nicht glauben aber wir waren nicht immer die fairste Mannschaft der Liga. Zu Zeiten von Peter „Sense“ Zeyn und Stefan „Blutgrätsche“ Tischinger waren wir mit 5 Roten und über 30 gelben Karten einmal die unfairste Truppe der gesamten Liga. Ebenfalls gelang es uns im Jahre 1992 einmalig ein eigenes Turnier zu veranstalten. Der Bierwagen war schnell geordert, “Wayne Schlegel“, in Kapitel 2 bereits erwähnt, hatte da so seine Beziehungen. Das Turnier war ein voller Erfolg. Leider hatten wir etwas zu viel Grillfleisch besorgt, was uns nach dem Turnierende eine etwa dreistündige Liaison im Marinade abwaschen und Grillfleisch einfrieren einbrachte.
Bevor ich jetzt nur negatives erwähne : Unsere größten Erfolge:
Vizepokalsieger der Saison 92/93. In der ersten Runde ein mühevoller 1:0 Sieg gegen den sieglosen Tabellenletzten. Zweite Runde: Freilos, Aber dann ging es richtig los. 4:3 Sieg gegen Vockert nach 0:3 Rückstand und unser legendäres und bis heute unerreichtes 14:13 nach Elfmeterschießen gegen Anarcho Kickers (heute Anarcho Vockert), ein Halbfinalsieg gegen TM Moselstube, und wir waren dabei. Viva Colonia!!!!!!!
Kapitel 4 :Anekdoten aus längst vergangener Zeit
Wir erinnern uns an unseren damaligen Torhüter Willi „das 2 Auge“ der uns nach dem 7 Spiel (alles Niederlagen) erklärte, das er auf dem linken Auge nur 20% Sehkraft hat. Danke Willi!!!! Anmerkung meinerseits : Dieser Verein hatte schon immer ein Torwartproblem.
Man erinnere sich ebenfalls an ein grandioses Freundschaftsspiel zwischen Gästen und der Mannschaft (zu dieser Zeit schon Athletico Papillon) in Oberburg, als unser damaliger Wirt Hans Georg genannt „Teddy“ Pötsch beim Stande von 25:8 oder so ähnlich der Gastmannschaft helfend als 12 Mann zur Seite stehen wollte. Laut Deutschland Deutschland Rufend lief er drei Schritte auf das Spielfeld um danach auf die Nase zu fallen. Der weitere Einsatz bestand aus einem Nottransport zum Spielfeldrand (hatte ca. .100 Kilo der Mann), und Anschließender Behandlung mit Altbier. Danke Teddy!!!!!!!
Und außerdem : Meimers, (kennt keiner) ein kleines verschlafenes Nest in der großen weiten Thüringischen Tundra. Einwohner ca.4 ,davon 3 Kühe und 20 Spitzbuben.
Warum komme ich auf Meimers ?
Kurz nach der Wende machte sich ein kleiner aber feiner Hobbyfußballverein auf, die Welt zu erobern. Ja Leute ich spreche von … Athletico Papillon. Zuerst untergebracht bei Privatfamilien, später in einer alten Stasi Anlage verbrachten wir fast jedes Jahr unsere Mannschaftstour in der Nähe von Oberhof. Unvergessen die ersten Jahre mit unseren Begleitern von Exit und Ellens Team. Zur damaligen Zeit war auch noch mein „spezieller Freund“ Lars genannt Knubbel Reinefeld mit von der Partie. Ein „begnadeter“ Fußballer vor dem Herrn. Einfetten, aufpumpen und tragen. Er konnte einfach alles am Ball.
Nach einem harten Turniertag trafen sich am Abend alle Mannschaften in einem großen Saal um ein Europameisterschaftsländerspiel zu schauen. In Ermangelung einer normalen Deutschlandfahne wurde als Alternative eine große DDR Fahne gehisst. So geht’s auch!!!!!!!!
Kommen wir zu Jay Jay. Seines Zeichens Footballer und unser Sturmtank. Unvergessen seine Einlagen vor dem Spiel als er nach 2 Wochen seine Fußballtasche öffnete und feststellte das seine Spielkleidung dort schon seit dieser Zeit ungewaschen vor sich hindümpelte. Eine große Landflucht in der Kabine setzte ein und auch seine Gegenspieler hielten an diesem Tag einen Sicherheitsabstand, wie übrigens auch seine Mitspieler. Danke Jay Jay!!!!!!!
So nun genug gelästert.
Aus dem Nähkästchen plauderte Effe
Nachtrag 23.08.2004:
2003/2004 – Pest, Cholera und die Rückkehr des Regisseurs
Drittletzter. Für alle, die sich eine weitere Vertiefung in die Begebenheiten einer Katastrophensaison ersparen wollen.
Drittletzter. Was für ein Start. Vier Spiele. Null Tore, null Punkte, aber immerhin 19 Gegentore. Von da an wechselten sich Hochs und Tiefs ab und verschafften so den leidgeplagten Athleticos wenigstens zeitweise Befriedigung. Auch wenn das 5-3 gegen Mumms aus der Hinrunde nur aufgrund personeller Überzahl zustande kam (Mumms spielte mit acht Feldspielern!).
Nachdem die Hinrunde nun wahrlich grauenhaft war, schien sich die Mannschaft, beflügelt vom Wiedereinstieg des Hobby-Brasilianers, endlich zu finden und legte durchaus beeindruckende Spiele aufs Parkett: 4-7 gegen Anarcho, 5-1 gegen Ellen, 6-4 gegen Tilbury oder 4-0 gegen Calimero.
Aber dem „Zuckerbrot- und Peitsche-Prinizip“ gehorchend, waren auch derbe Klatschen wie das 0-9 gegen die Dürpelstube im Repertoire.
Alles in allem bleibt es fast unerklärlich, dass wir Drittletzter wurden. Richtig, wieder ein Jahr geschafft, ohne die Rote Laterne zu schwenken.
Persönliche Glanzleistungen gab es aber dann trotzdem zu vermelden. Unbestrittenes Saisonhighlight waren selbstverständlich die Tore des einzig wahren Medicopters Udo Griewatz. Die internationale Sportpresse wundert sich bis heute, dass der Medicopter nicht öfter so gekonnt in Szene gesetzt wird. Udo Lattek schwadronierte gar beim DSF Stammtisch, Griewatz’ Stärken seien lange genug ignoriert worden.
Manche Leute brauchen es. So auch unser „Kleiner Tim“, der dem „Großen Tim“ -Schande, dass er den Namen „Knipser“ für sich reklamiert- eindrucksvoll zeigte, wie man das Runde in das Eckige kriegt. Allerdings war hierfür eine leckere Schambeinverletzung nötig, drunter machts der Radjian nicht.
Was wir in der kommenden Saison aber keinesfalls sehen möchten, sind towarthandschuhwegschmeissende und trikotausziehende Mitspieler. Wer sich nochmal so daneben benimmt, bekommt eine amtliche Diebels-Analspülung verpasst.
Abschließend sei angemerkt, dass es eine durchaus unterhaltsame Saison war. Schließlich gewinnt jedes noch so beschissene Ereignis in der verklärten Rückblende an Ruhm und Mythos.
Spocht frei,
Eure Wildsau
Nachtrag 05.08.05:
2004/05 – Not gegen Elend…aber auf verdammt hohem Niveau
Sowas hatten selbst hartgesottene Hobbyligisten nicht erlebt. Zwölf Niederlagen in Folge! Dann erst folgte der erste und dazu hoch verdiente Punkt gegen den Römer Bierbrunnen. Ein Spiel das den meisten wohl länger in Erinnerung bleiben dürfte. Ebenso wie das Duell beim Hallenmasters und das Rückspiel. Aber zu diesem Thema ist wahrlich genug und geschrieben worden.
Der erste Sieg ereignete sich dann kurz vor Ende der Rückrunde, als Mumms mit Ach und Krach 3-1 besiegt wurden. Anlässlich dieses Duells fiel dann auch obiges Zitat.
Dies war, das kann ich mit Fug und Recht behaupten, mit Gewissheit die absolut schlechteste Halbserie von Athletico. Ein Sieg, ein Unentschieden und haufenweise Klatschen. Da galt ein 1-3 gegen die Fun Players durchaus als zu würdigende Leistung. Schließlich hätte man auch 0-6 untergehen können. Und das tat man auch beizeiten: 0-9 gegen das Fürstentum oder 3-10 gegen die weniger aristokratischen Anarchos aus Vockert.
Da blieben auch die Einzelleistungen im sehr überschaubaren Rahmen. Erwähnenswert seien an dieser Stelle Folko, Tobias und Timmy, die uns vor Schlimmerem bewahren konnten. Naja, manchmal zumindest.
Bevor wir in die Rückrunde starten konnten, mussten wir den Verlust unseres Routiniers Mario Moll verzeichnen. Unser allseits und immerzu beliebter Jesus schien dem Druck des Hobbyfußballs nicht mehr gewachsen und verabschiedete sich still und leise. So still und leise, dass wir zunächst gar nichts von seinem Demission wussten.
Doch es sollte uns nicht davon abhalten, eine passable Rückrunde zu spielen. Nachdem unser Torverhältnis in der Hinrunde noch bedauernswert war (22-73), schafften wir es in der Rückrunde auf ein beachtliches 26-45). Mit drei Siegen und einem Unentschieden schafften wir es auf den hart umkämpften vorletzten Platz. Und das obwohl wir das Abstiegsderby gegen Mumms 5-6 verloren hatten. Eine Ereignis auf das im übrigen nicht weiter eingegangen werden soll…(„Alesia? Was ist Alesia? Ich kenne kein Alesia!!!“
Abschließend war es eine sehr bescheidene, nein gar bekackte Scheisssaison.
Nachdem im Laufe der Rückrunde absehbar war, dass Kai das Traineramt niederlegen würde, haben wir mit Beedingung der Saison 2004/05 nicht nur unseren Coach verloren, sondern auch die Abgänge von Bodo, dem hackespielenden Chronisten, sowie Udo, dem notbremsenden Brötchenbäcker
zu verkraften.
Nachtrag 06.08.07:
2006/07 – Hin hui, Rück pfui
Die Saison begann mit einem Paukenschlag! 3-2 wurde der spätere Aufsteiger und Meister der 2. Hobbyliga geschlagen. Und auch am zweiten Spieltag sollte das Hochgefühl anhalten – wenn auch verspätet. Das 0-0 gegen die Pluie Kickers wurde mit 2-0 für uns gewertet. Dem üblichen Untergang gegen Celtic folgte ein unglückliches 1-3 gegen den Spitzenreiter Luders. Das nächste Spiel ging wieder gegen den Tabellenführer und wurde beachtlich 1-0 geschlagen. Auch Tilbury sollte später den Aufstieg klarmachen können. Nach einer unglücklichen 1-2 Niederlage gegen Ellen, wurde es dann beim 2-7 gegen den Römerwall richtig fies. Es folgten weitere Niederlagen, die erst mit einem 4-2 gegen unterzählige Calimeros ein Ende fanden. Nach einem hart erkämpften 3-3 gegen Anarcho folgte der Sieg gegen Hammerstein.
Leider wurde diese beachtliche Vorrunde, die wir im Mittelfeld der Tabelle beendeten nicht im Pokal weitergeführt. Hier verloren wir 1-5 gegen die Flipperfreunde. Wenigstens haben wir mal nicht gegen die Brandys gespielt.
Interessant war, dass wir unsere Punkte auch gegen starke Teams geholt haben und viele Rückstände aufgeholt werden konnten. Mit einer geringeren Fehlerquote und höheren Effizienz hätten wir bestimmt 10 Punkte mehr haben können.
Das alles war in der Rückrunde wie weggeblasen. Neun Niederlagen in Folge sprechen eine deutliche Sprache. Erst ein umkämpfter Sieg gegen Kalstert bremste unseren Fall. Hier gibt es nicht zu beschönigen. Eine Katastrophe jagte die nächste. Ein weiterer Sieg gegen Calimero, sowie ein tolles 3-5 gegen Anarcho stimmten ein wenig positiver.
Beachtlich war, dass uns Mannschaften, die wir in der Hinrunde verdient besiegt haben, in der Runde oftmals richtig vermöbelt haben.
Die Mannschaft litt in der Rückrunde unter der teilweise geringen Anwesenheit, die vielen Verletzungen und Abgängen geschuldet war.
Bemerkenswerte Feierlichkeiten und unfassbare Saufeskapaden gab es leider nicht zu verzeichnen. Die Weihnachtsfeier im Portugaller war erwartungsgemäß nicht so spektakulär wie im Vorjahr. Immerhin fehlten nicht nur der Meidcopter, sowie weitere Stimmungsbomben, sondern auch diverse nuttige kubanische Tischdekorationen.
Simone hat sich in seiner ersten Trainersaison jedoch alle erdenkliche Mühe gegeben, vernünftige Spiele aus uns herauszukitzeln.